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Forum für Klein- und Privatbahnen

Schmalspurbahn der Theo Goldschmidt-Werke in Essen
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MartinSchiffmann 
Schmalspurbahn der Theo Goldschmidt-Werke in Essen

In der Kleinbahnliteratur wird immer wieder publiziert, dass die 1983 eingestellte Hohenlimburger Kleinbahn in Hagen /Bundesland NRW, die letzte Schmalspurbahn in NRW mit Güterverkehr auf Rollwagen gewesen sei.
Dies stimmt nicht!!!
Bis ca. 1995 existierte im Norden der Stadt Essen, unweit der Universität, eine weitere Schmalspurbahn mit Rollwagenbetrieb.
Diese meterspurige Industriebahn diente der Zuführung von Güterwagen innerhalb des Werksgeländes der chemischen Fabrik Th. Goldschmidt. Ähnliche , innerbetrieblichen Zwecken dienende Bahnen gab es u.a. auch bei den Bayer-Werken in Leverkusen oder bei den Hoechst-Werken in Frankfurt/Main.
In Essen dienten in den letzten Jahren Straßenzugmaschinen als Lokomotiven, ähnliches kennen die meißten von Euch aus Hamburg, wo die AKN bis 1978 einen ähnlichen, allerdings öffentlichen Güterverkehr im Stadtteil Altona betrieb.
In Essen bei Goldschmidt wurde zum Schluß ein Mercedes-Unimog eingesetzt.
Um 1995 wollte ich den Betrieb als Journalist der Zeitschrift Lokrundschau fotografieren, um diesen in einem Artikel vorzustellen. Nachdem eine schriftliche Anfrage ohne Resonanz blieb, versuchte ich mein Anliegen telefonisch vorzubringen. Allerdings stieß ich auf eine Pressereferentin, die mein Anliegen nicht verstand oder nicht verstehen wollte. Sie und die Unternehmensleitung hatten keinerlei Verständnis dafür, dass jemand diesen Rollwagenbetrieb fotografisch dokumentieren wollte.
Als ich ein halbes Jahr später erneut mein Glück telefonisch versuchte, geriet ich an dieselbe Dame. Sie empfahl mir folgende Alternativen zum Abbilden von Schienenfahrzeugen im dortigen Werkgelände:

1) Ich sollte, wie alle Männer, doch lieber alte Oldtimer-PKW fotografieren
2) Alte Loks könne ich bequem im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen fotografieren
3) Eine Schmalspurbahn könne ich jederzeit in Essen fotografieren, und zwar die Gartenbahn im Gruga-Parkgelände.

Daraufhin war für mich zwar klar, dass ich keine Genehmigung für mein Anliegen erhalten würde, aber umso mehr stand für mich fest, trotzdem nach Essen zu fahren.
Im Winter 1995 fuhr ich also per Zug und Fahrrad nach Essen. Nachdm ich meine Zeit mit anderen Essener Werkbahnen verbracht hatte, kam ich zum Schluß auf die Rückseite der Goldschmidt-Werke, wo man vom Gelände des Schlachthofes (oder war es der Großmarkt?) über die DB-Gleise ins dortige Werk sehen konnte. Und tatsächlich standen dort an der Rollwagengrube zwei Rollwagen mit jeweils einem aufgeschemelten , zweiachsigen Kesselwagen. Fotos habe ich keine gemacht, da ich damals noch keine Spiegelreflexkamera mit Tele hatte.

Nun meine Fragen an Euch:

1) Kennt jemand die Bahn (die Bahn wurde in der Literatur bisher nur einmal in der Drehscheibe erwähnt, sonst offenbar nicht) ?

2) Wann wurde der meterspurige Bahnbetrieb bei Goldschmidt (heute Evonik) eingestellt?

3) Wo sind die Rollwagen verblieben?

4) Spricht man "Werkbahninsider" aus dem Ruhrgebiet auf diese Bahn an, hüllt sich alles plötzlich in Schweigen.

Existiert diese Bahn evtl. noch?

5) Gibt es Literaturstellen zu dieser Werkbahn?

Grüße fürs neue Jahr vom Niederrhein wünscht allen Lesern

Martin Schifmann


Jens2 
Re: Schmalspurbahn der Theo Goldschmidt-Werke in Essen

Hallo Martin,

"geheimnisvolle" Bahnbetriebe haben immer wieder ihren Reiz. Ich habe bisher von dieser Bahn auch noch nichts gehört und kann deine Fragen leider auch nicht beantworten, aber aufgrund deines Beitrags neugierig geworden habe ich mal Google maps bemüht und gesehen, dass zumindest nennenswerte Teile des schmalspurigen Werksbahnnetzes auf dem Luftbild noch sehr gut zu erkennen sind, fast so, als wären sie noch in Betrieb. Rollwagen oder eine entsprechende Umladeanlage habe ich aber nicht gefunden, nur eine Stelle, auf der soetwas mal gewesen sein könnte (ca. mittig zwischen Herzog- und Goldschmidtstraße).

Gruß
Jens


Martin_Kilb 

Re: Schmalspurbahn der Theo Goldschmidt-Werke in Essen

Hallo Jens,
bin jetzt auch auf den Thread gestoßen.
Wenn es eine Übergabeanlage gab, dann könnte diese hier: http://maps.google.de/maps?f=q&sourc...mp;t=h&z=20 gewesen sein.
Die Spurweite könnte zumindest nach Augenschein im Bereich von 1 Meter liegen.

Gruß Martin


RobertAngerhausen 

Re: Schmalspurbahn der Theo Goldschmidt-Werke in Essen

Hallo zusammen, inzwischen gibt es einen interessanten Artikel "Große Leistung auf schmaler Spur" über die Bahn!
Zu finden in der Publikation "Eisenbahn Geschichte" der DGEG, Heft Nr. 37 Dez 09/Jan 10
Gruß Robert


Jens2 
Re: Schmalspurbahn der Theo Goldschmidt-Werke in Essen

Hallo Martin,
genau diesen Bereich habe ich gemeint, danke für den verlinkten Bildausschnitt (habe deinen Beitrag erst jetzt gesehen)

Hallo Robert,
danke für den Hinweis, irgendwann werde ich das Heft in die Hände bekommen. So ein bißchen Vorgeschichte wird den Beitrag dann für mich gleich interessanter machen (zumal die Fa. Elektro Thermit als Hersteller von Thermit-Schweißportionen jedem Eisen- und U-Bahner ein Begriff ist und auch zum Goldschmidt-Konzern gehört, wenn auch dieses Werk wohl nicht direkt etwas damit zu tun hat)

Gruß
Jens

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