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Forum für Klein- und Privatbahnen

HSA T 65
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26.05.14 11:36
Kalle_W 
HSA T 65

Im neuen Buch "Kleinbahndampf in Bruchhausen-Vilsen" (Blöder Titel, die HEG war nie eine Kleinbahn, und es dieselt ja auch auf den Strecken und im Buch) findet sich der Talbot Triebwagen einmal wieder mit der Fabriknummer 94430. So ja auch in älterer Literatur (Högemann: Privatbahnen; Schad: DME 4/82) . Bei Wolff, www. inselbahn.de und diverser Inselbahn-Literatur hat er die Nummer 94432. Schöning:Eckernförder Kreisbahn, bietet gar 94434. (Und diese Nummer soll sich bei zwei Triebwagen finden) Das ist insofern von Bedeutung, dass sich daraus ja ganz verschiedene Lebensläufe ergeben, die jeder Autor für sich interpretiert. Mich würde doch mal die Meinung von jemanden interessieren, der Primärquellen kennt. Eigentlich müsste es ja einfach sein, wenn es sich wirklich um die an den seitlichen Lüftungsgittern erkenntlichen zweimotorige Ausführung handelte: das war in Eckernförde T 5, und in Juist der Beiwagen 15.

Neugierig

Kalle W.

Zuletzt bearbeitet am 24.06.15 10:15

21.06.15 13:09
HOK 
Re: HSA T 56

Hallo Kalle,

Den Titel "Kleinbahndampf in Bruchhausen-Vilsen" finde ich überhaupt nicht blöde, denn Buchtitel müssen zum Kauf reizen. Zwar war die HEG nach dem Gesetz tatsächlich nie eine Kleinbahn, aber sie kam auch nie nach Bruchhausen-Vilsen.

Einen T 56 besaß die Klb HSA nie; ich vermute, Du meinst den T 65.

Ich habe versucht, meine Aufzeichnungen über die Talbot-Triebwagen für Meterspur an diese Antwort anzuhängen. Vielleicht bringt das ja etwas Klarheit.

Viele Grüße vom Bahnhof Vilsen Ort
Harald Kindermann







Zuletzt bearbeitet am 25.06.15 13:23

24.06.15 10:09
Kalle_W 
Re: HSA T 56

Hallo Harald,

das ist natürlich peinlich, auf der Suche nach der richtigen Zahl und dann selbst ein Zahlendreher. Also 65.

Vielen Dank für die Antwort. Auch wenn sie mich noch nicht 100% befriedigt. Der T 65 war also definitiv ein einmotoriger Triebwagen? Das heißt, dass die Triebfahrzeuggeschichten der obigen Autoren nicht stimmen, und auch das Schreiben davon, dass der zweite Motor bei der HSA nicht benutzt oder eventuell schon ausgebaut wurde?

Für mich bleibt dann die Frage: was zeigt das Bild des angeblichen T 24 auf www.inselbahn.de von 1961? Ist es der T 24 und nur falsch datiert (1965 hatte er aber angeblich schon Bierreklame), oder hatte der T 28 nur auf einer Seite Lüftergitter unten, und ist es also dieser?

Und als zweites: wo liegt die Ursache der Verwechslung? Die Autoren halte ich eigentlich des einfachen Abschreibens für unverdächtig, es könnte also wohl irgendwelche missverständlichen Primärquellen geben.

Grüße

Kalle W.

24.06.15 18:22
Christian 

Moderator

Re: HSA T 65

Hallo Harald und Kalle,

der T 65 der HSA war mit zwei Maschinenanlagen ausgerüstet. Die alten HSA-Kleinbahner berichteten mir noch von den Synchronisierungs-Schwierigkeiten der beiden Mylius-Getriebe. Oftmals wurde nur mit einer Maschine gefahren, wenn die zweite Maschine sich wieder für einen anderen Gang entschied.

Hier auf den Fotos ist im Innenraum gut die Anordnung der beiden Maschinen unter den Sitzen zu erkennen:







Damit kann Haralds Tabelle auch nicht ganz stimmen...

Viele Grüße,

Christian

24.06.15 21:45
HOK 
Re: HSA T 65

Hallo Christian, hallo Kalle,

meine Tabelle habe ich vorlängerer Zeit bei Wikipedia gefunden. Sie ist tatsächlich fehlerbehaftet. Richtig muss sie m. E. so lauten:



Viele Grüße
Harald

Zuletzt bearbeitet am 25.06.15 13:21

24.06.15 23:13
Kalle_W 
Re: HSA T 65

Prima, das klärt ja wieder ein Stück Kleinbahngeschichte. Also doch 94432, Das ist in der Literatur auch besser belegt (ich brauche meine Urteile über die Seriosität von Autoren nicht zu revidieren.) Und die Geschichten mit den Motorproblemen sind also wahr, es erklärt auch, warum der Wagen zum Beiwagen umgebaut wurde. Schade dass der ''Kleinbahndampf'' nicht recht hat, aber es ist nicht der einzige Fehler.

Aber wenn das mit de beiden Motoren so schwierig war, warum hat die HSA gerade den Triebwagen gekauft und nicht die einmotorigen? Anscheinend haben 110 PS für die HSA-Strecke trotz Beiwagen ja ausgereicht.

Der zweimotorige Triebwagen hatte also auf beiden Seiten die Lüfter, weil ja die Motoren auch nicht hintereinander, sondern nebeneinander lagen, wenn die Werkszeichnungen richtig sind, waren sie auch leicht schräg eingebaut. Das wohl auch in der einmotorigen Schleswig-Form, während beim Eifel der Motor parallel zum Fahrwerk angeordnet war. Ich muss das nächste Mal wohl einen Blick unter den T 44 werfen. Haben die einmotorigen Schleswig auch die Sitzteilung 1+3 wie auf der Zeichnung B (gehabt)? Harald, vielen Dank für die Zeichnungen.

Das Foto auf Inselbahn scheint somit auch richtig datiert zu sein.

Offen bleibt nun die Frage, woher die Nummer 94430 für den T 65 stammt (Wikipedia kann da nicht dran schuld sein, die Literatur ist älter, und auch da ist es seit Januar berichtigt).

Und dann natürlich ist ungeklärt, warum und ab wann beim 94432 im Betriebsbuch 94434 stand.

Es waren ja nur sechs Triebwagen, aber es bleibt spannend.

Kalle W.

25.06.15 08:50
Jens1 
Re: HSA T 65

Moin Kalle,

ich denke, dass eine 110 PS - Maschine mit (teilweise ja zwei) Beiwagen für die Strecke Hoya-Syke eigentlich zu schwach war. Unser T 44 hat mit seinen 145 PS und zwei Beiwagen im Vilser Holz schon ganz schön zu kämpfen. Wenn ich mir dann vergleichsweise 110 PS mit zwei Beiwagen im Sellingsloh, im Wachendorfer Holz, am Steimker Berg oder in der Steigung von Syke Stadt nach Syke vorstelle...das wird ganz schön eng.

Sehr interessantes Thema. Christian, vielen Dank für die Ausführungen und die Fotos. Ein Mylius-Getriebe kann schon ganz schön Schwierigkeiten machen. Zwei davon in einem Fahrzeug - da kann ich mir lebhaft vorstellen, dass es regelmäßig "Verständnisprobleme" untereinander gegeben hat

Viele Grüße aus Broksen,
Jens

25.06.15 19:14
HOK 
Re: HSA T 65

Kleine Anmerkung am Rande:

Talbot hatte auch einen Schlepptriebwagen für 1000-mm-Spur mit zwei Motoren zu je 220 PS im Angebot.



Aber meines Wissens hat ihn niemand bestellt.

Viele Grüße
Harald

26.06.15 15:23
Kalle_W 
Re: HSA T 65

Ein hübscher Plan. Übergangstüren und Scharfenberg-Kupplungen (und wohl kein Mylius-Getriebe), da kann man ja spekulieren, an welche Bahnen Talbot gedacht hat. Leider fehlt der freundliche Typ-Hinweis wie Schleswig oder Eifel.

Die Eckernförder Kreisbahnen waren steigungsmäßig auch nicht ohne (1:40), und auf Fotos sind die einmotorigen Triebwagen auch mit zwei Beiwagen zu sehen. Schöning schreibt in "Eckernförder Kreisbahnen", dass sich besonders der zweimotorige Triebwagen bewährt habe. Da scheint es die Kupplungsprobleme noch nicht so ausgeprägt gegeben zu haben. Also verständlich, dass sich die HSA für den zweimotorigen Triebwagen entschieden hat, vorausgesetzt, sie hätte die Wahl gehabt.

Kalle W.

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