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Forum für Klein- und Privatbahnen

Farge-Vegesacker Eisenbahn
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24.05.08 17:46
harfe 

Farge-Vegesacker Eisenbahn

N'abend zusammen,

ich habe vor einiger Zeit auf der DSO (Drehscheibe) mal ein paar Geschichten geschrieben, die - so haben mir einige Kollegen erzählt - sich ganz gut lesen lassen.
Ich möchte Euch in diesem Forum auch daran teilhaben lassen und fange mal mit einem 1. Teil der Farge-Vegesacker Eisenbahn an - wenn Ihr mehr wollt, sagt mal Bescheid - ich habe noch einiges in Petto!

1982 machte ich mein Abitur damals war es noch so, daß wir im März die letzten schriftlichen Prüfungen und dann die richtige mündliche Prüfung im 4. Prüfungsfach (war bei mir Deutsch) hatten. Bei evtl. gravierenden Veränderungen zur Vornote fielen dann im Mai oder Juni noch einmal mündliche Nachprüfungen in den anderen 3 (schriftlichen) Fächern an. Im Prinzip hatten wir also in der Zeit von Mitte März bis zum Ende Mai frei Unterricht war nicht vorgesehen (heute ist das anders). Ich versuchte von vornherein, meinen Schnitt auf dem selben (schlechten) Niveau zu halten, da ich zu Nachprüfungen im Mai/Juni keine Lust hatte, denn ich wollte Arbeiten, Geld verdienen und gleichzeitig auch etwas für meinen Erlebnishunger in Sachen Eisenbahn tun:

Ich bewarb mich bei der Farge-Vegesacker Eisenbahn. Diese im Norden Bremens angesiedelte NE-Bahn mit ca. 10 km Streckenlänge wickelte damals noch einen umfangreichen (Güter-)Verkehr mit werktäglich mindestens 2 großen Diesellokomotiven ab. Dazu kamen viele Sonderleistungen z.B. für die Bundeswehr, Sprit-Sonderzüge, Sonder-Kohleleistungen und vieles mehr. Gefahren wurde seinerzeit werktags von montags freitags in 2 Schichten, sonnabends dann nur noch in 1 Schicht.

Wie kam es eigentlich dazu, daß ich bei der FVE einen Ferienjob für die Zeit bis zum Ende meiner Schulzeit erhielt?
Nun, ich habe mich einfach beworben, einige Kenntnisse bei DEG-Konzernbahnen konnte ich aus den Vorjahren schon vorweisen, der Bahnverwalter der Eisenbahn Bremen-Thedinghausen war bei der FVE auch bekannt (er war dort vor seiner Tätigkeit bei der BTh lange tätig) und mochte mich wohl irgendwie sein gutes Zeugnis aus dem Vorjahr kam beim Betriebsleiter der FVE (der hatte übrigens ein paar Pickel mehr auf der Schulterklappe) offensichtlich gut an wir wurden uns Anfang März handelseinig: ich durfte als Abfertigungsgehilfe auf dem Bahnhof Bremen-Blumenthal tätig werden! Sein Vertreter, der die Personal- und Dienstplanangelenheiten zu bewältigen hatte, war nicht so erbaut. Er hatte Sorgen wegen der Renten- und Krankenversicherungspflicht und ähnlichem bürokratischen Krimskrams. Dinge, über die ich mir seinerzeit noch wenig Gedanken gemacht habe, mit denen ich aber heute auch wieder zu kämpfen habe naja: die Zeit läuft!!!
Ich war damals schon recht kommunikativ, überzeugend und selbstbewusst der Betriebsleiter der FVE war zwar ein ziemlicher Sturkopp, hat mich aber trotzdem eingestellt Personalschwierigkeiten hatte die FVE eigentlich immer, doch dazu später mehr.

Am 15.03.1983 begann ich also meinen Dienst auf dem Bf Bremen-Blumenthal. Es war (und ist heute noch) ein altes, ehrwürdiges Gebäude, Eingang durch das Stellwerk von der Gleisseite. Morgens früh um 07:30 h sollte ich dort sein und mich beim dortigen Vorsteher, Eisenbahn-Betriebsinspektor Herbert Heiland, melden.
Das tat ich auch und wurde freundlich aufgenommen. Neben dem uralten Vorsteher (und das war er wirklich er stand in allen Dingen seinem Bahnhof vor) war da noch ein Fahrdienstleiter, ein Auszubildender, eine Dame an der Güterkasse, eine Abfertigungsgehilfin, ein Bahnhofsarbeiter, eine Putzfrau und ich.
Das war ja wirklich eine Armada an Personal ich war schon ein wenig ängstlich, was mich wohl erwarten würde, denn aus Leeste wusste ich, wo viele Leute sind, ist auch meistens viel Arbeit es sollte sich nicht bewahrheiten! Die FVE war in allen Dingen eine große und großzügige Eisenbahn: täglich wurde mit diesem Personalstamm ein Stückgutwagen (montags manchmal 2) ausgeladen, auf die Speditionen und Selbstabholer verteilt; der Anschließer Bremer Woll-Kämmerei bedient; die Wagenkontrolle für die gesamte Strecke geführt und ein wenig Statistik für die gesamte Bahn geführt.
Aber nicht daß Sie denken, dies wären die einzigen Angestellten der doch recht kurzen (10 km Streckenlänge!!!) Eisenbahn nein, damals gab es dort noch:

(im folgenden wird der Zustand 1982 beschrieben, später war alles anders)

Bf Bremen-Aumund (Au): Vorsteher und 1 Fahrdienstleiter jeweils in Früh- und Spätschicht, dazu ein Betriebsarbeiter als Schrankenposten 1 und zum Weichenschmieren (wurde damals noch 2 mal die Woche gemacht!) sowie eine Putzfrau Aumund war zuständig für den Zugleitbetrieb (Meldungen/Erlaubnisse per Funk, dazu jedoch auf allen Bahnhöfen eigene Stellwerke jedoch ohne Blockabhängigkeit) Stellwerk Aumund: Dr-Technik, Einfahrsignale, jedoch keine Ausfahrsignale, dazu zeitweise besetztes mechanisches Wärterstellwerk zum Rangieren im Nordteil des Bahnhof, wurde vom Zugführer des Nahgüterzuges bedient, wenn Wagen auszurangieren waren.

Bf Bremen-Aumund-Vulkan (AV): unbesetzt, Abzweigung des Anschlussgleises zur Werft Bremer Vulkan eigener Vorbahnhof der Werkbahn. Schlüssel für die Ausfädelungsweiche wurde vom Bf Blumenthal freigeblockt

Bf Bremen-Blumenthal (Bu): s. oben, Stellwerk rein mechanisch mit elektrischen Einfahrsignalen, keine Ausfahrsignale. 1 Durchgangsgleis, 1 Bodengleis, 1 Ausweichgleis, 1 Ladestraßengleis, 2 kurze Abstellgleise, 1 Anschlußgleis (vom Bodengleis) zur Bremer Woll-Kämmerei

Bf Bremen-Rönnebeck (Rb): 1 Vorsteher geteilter Dienst mit langer Mittagspause, zugleich Frachtenrechner und Fahrdienstleiter; 1 Betriebsarbeiter als Schrankenposten 5 (Turnerstraße) und zum Weichenschmieren; Zugbildungsbahnhof für Kesselwagenzüge von der IVG zu Bundeswehrliegenschaften, große, langgestreckte Anlage, Dr-Stellwerk im Bfs-Gebäude mit Riesen-Relayschränken auf dem Güterboden.

So, und hier sagt das System jetzt, daß Schluß sein soll - Überlänge! Bis

24.05.08 17:48
harfe 

Re: Farge-Vegesacker Eisenbahn

Wir endeten in Rönnebeck - nun geht es weiter (wäre doch gelacht, wenn wir das System nicht überlisten könnten....)


Bf Bremen Farge-Ost (FO): durchgeschaltet, nur besetzt bei Militärzügen aus Richtung Schwanewede/Neuenkirchen (Dienstraum jedoch nicht im alten EG der Niederweserbahn, sondern gegenüber in einem Beton-Schaltkasten)

Bl Bremen-Farge (BL): Sitz der Betriebsleitung mit 4 Mitarbeitern (Betriebsleiter, Vertreter, 2 Sachbearbeiterinnen);

Bf Bremen-Farge (Fr): Bahnhof mit teilweise Dr- und mechanischer Stellwerkstechnik, Abzweig zum Bw wurde von dort mitgesteuert (Dr), Sackbahnhof, Anschluß zum Spinnbau sowie zum Kraftwerk, Ladestraße, lange Aufstell- und Abstellgleise. Besetzt mit Vorsteher und Fahrdienstleiter (auch jeweils in Früh- und Spätschicht), Putzfrau sowie einem Azubi. Dem Bf waren zugeordnet die Zugbegleitpersonale, die ihren Sozialraum gegenüber dem Bfs-Gebäude in einem niedrigen Gebäude hatten. Die Zugbegleiter waren auch für das Weichenschmieren im Bf Farge zuständig. Im einzelnen waren tätig: 1 Hauptzugführer (steinalter Mann), 1 Oberzugführer (alter Mann), 1 Zugführer (junger Mann), 1 Hauptschaffner und bis zu 3 Schaffner als Rangierer. Die Züge der FVE fuhren wie folgt: Kohlezüge als Null-Mannzüge, wenn von Farge zum Kraftwerk gedrückt wurde besetzte ein örtlicher Rangierer/Schaffner die Spitze. Nahgüterzug vormittags: Zugführer und Schaffner als Rangierer, nachmittags: Zugführer (rangierte auch wenn kein Schaffner mehr da war, das machte meistens der junge Zugführer); Militärzüge: mit Zugführer und 1 2 Rangierern

Bw Bremen-Farge (Bw): unter dem Werkstättenvorsteher (einem techn. Eisenbahnbetriebsinspektor) wirkten ein Hauptlokführer, ein Oberlokführer und bis zu 5 Lokführer. Die Beschäftigten im Bw (ein wirklich für Kleinbahnverhältnisse riesiger Komplex mit Lokschuppen/Werkstatt 4 ständig, alter Werkstatt 4 ständig als Abstellort für den Bereisungswagen, Heizwagen, Bahndienstwagen und Triebwagenhalle 4 ständig seinerzeit schon nicht genutzt, vermietet an Möbellager).
Diese gut ausgestattete Werkstatt hielt die eingesetzten Lokomotiven (es waren die V 161/162 und die V 62 aktuell aus Leeste, noch mit alten Schildern, dafür war die alte V 102 nach Leeste gegangen) perfekt in Schuß. Wöchentlich wurde die Loks gewaschen, die Untersuchungsgruben im Schuppen waren hell gefliest!!!!! Wenig später kam dann noch die V 151 aus Lengerich dazu. Und, ja der Star der Bahn war damals die V 201 (DEG-Lok), die bullige Deutz-Maschine ex Regentalbahn. Sie fuhr (wenn sie fuhr) die Kohlezüge morgens dies jedoch erst, nachdem einige Anpassungen an ihr vorgenommen wurden (offensichtlich war ein Kraftstofftank nicht ganz profilgerecht oder die Bahnsteigkanten der FVE waren es nicht wer weiß???) Im April 1982 ging sie von Farge aus nach Frankreich Hauptlokführer Schendel fuhr sie gerne bis zuletzt.
Daneben war auch noch ein ganzes Rudel an Wagen zu pflegen alle Wagen (auch die Stückgutpendel-, Bahnmeister- und X-Wagen) waren alle sauber beschriftet und gut Farbe). Als besonders schönes Highlight war dann noch ein Bereisungswagen mit Plüschausstattung, Handwaschbecken usw. vorhanden. Auch leistete sich die FVE damals noch 2 Packwagen, einer davon war ständig am Bf Bremen-Vegesack Kopfbahnsteig Farger Teil, hinterstellt für Expressgutsendungen.
Trotzdem war oft nicht genug Personal vorhanden um alle Züge zu fahren (insbesondere am Wochenende, wenn Militärausflüge waren). Hier musste dann Personal anderer DEG-Bahnen (meistens BTh) aushelfen, damit die Kollegen der FVE ihr freies Wochenende erhielten, aber das erfuhr ich erst viel später.

Und dann gab es noch eine Bahnmeisterei mit einem techn. Amtmann als Vorsteher und Bahnmeister (der war auch seinerzeit zuständig für Kiel-Schönberg und Bremen-Thedinghausen, manchmal auch Rinteln-Stadthagen), Rottenmeister, Vorarbeiter und 4 5 Rottenarbeitern sowie einem Signal- und Weichenmeister. Die machten alles, aber mit Vorliebe Kaninchenfutter für den Rottenmeister (zumindestens in der warmen Jahreszeit), Fenster im Bf Blumenthal sollen die auch eingebaut haben, auf alle Fälle sollen die nicht lange gehalten haben, weil zentimeterbreite Spalte zum Mauerwerk bei winterlichem Wetter nicht dazu führen, daß die Aufenthaltsqualität in den Diensträumen verbessert wird.

Insgesamt also wirklich viele, viele Leute die auch, so schien es, alle viel zu tun hatten.

Die FVE war eine stolze Bahn sie wickelte jährlich je nach Aufkommen für die Bundeswehr (Sendungen von / zu den Kasernen Garlstedt/Schwanewede sowie Ausgang Kraftstoffe/Kerosin zu den Bundeswehrliegenschaften aus Rönnebeck) zwischen 600.000 to und 800.000 to ab. Eine gewaltige Menge, und das auf der kurzen Strecke.
Dabei ist die Strecke alles andere als eintönig. Für eine Bahn innerhalb einer Stadt (nur auf ca. 400 m wird ein klitzekleines Teilchen von Niedersachsen durchmessen zwischen Aumund-Vulkan und Blumenthal) ist sie außerordentlich reizvoll und mit starken Steigungen ausgestattet und ausgesprochen kurvenreich.

Es beginnt mit einer starken Steigung mit S-Kurve aus Vegesack langanhaltend bis nach Aumund, dann ein kurzes Gefälle in Richtung Blumenthal, Ausfahrt Blumenthal in Richtung Rönnebeck dann wieder mit einer starken Steigung bis in Höhe Kreinsloger, dann einigermaßen eben bis an die Weser in Farge.
Die Ausstattung an Gebäuden ist beeindruckend, seinerzeit (1982) waren alle Gebäude durchweg gepflegt und in Ordnung.

So, das reicht für einen ersten Eindruck dieser großen, kurzen Bahn weiter geht es entweder morgen Nachmittag oder Sonntag.


26.05.08 21:37
Christian 

Moderator

Re: Farge-Vegesacker Eisenbahn

Hallo Volker,

wirklich ein schöner Beitrag, ich hoffe Du läßt uns an der Fortsetzung teilhaben...

Dazu passend habe ich ein Paar Fotos aus dem Jahr 1979 herausgekramt:


V161 am Bw Farge-Ost


Packwagen 54 in Vegesack


Das Betriebswerk Farge-Ost


Bockkran im Bf Rönnebeck
_______________

Viele Grüße,

Christian

27.05.08 06:05
Kirsten 

Re: Farge-Vegesacker Eisenbahn

Hallo Volker!
Es ist immer wieder schön Deine Geschichten zu lesen! Vielen Dank dafür und bitte mehr davon.
lg
Kirsten

27.05.08 21:26
harfe 

Re: Farge-Vegesacker Eisenbahn

Danke für Euren positiven Feed-backs und insbesondere vielen Dank an Christian für die herrliche Unterlegung mit Bildern - ich bin ja leider mehr der Prosa-Fan und leider an der "Visualisierung durch das Wort"

OK, Ihr habt es so gewollt - es folgt ein weiterer Teil über die FVE - aber ein paar mehr Pfeile (von früher) habe ich noch im Köcher, ich werde aber auch noch etwas - bislang nicht veröffentlichtes - schreiben.

Schönen abend weiterhin und vielen Dank für diese neue Plattform!
Gruß
Harfe (Eingeweihte kennen mich ja schon....)

28.05.08 00:53
holzwurm 

Re: Farge-Vegesacker Eisenbahn

Hallo Harfe & Christian

Viel Text und dazu Bilder ! Warum macht ihr nicht einen Beitrag für die "DME" ?
Vieleicht finden sich auch noch Bilder über andere Mitglieder . (allgemeiner Aufruf ?)

Der Holzwurm

27.05.08 21:31
harfe 

Farge-Vegesacker Eisenbahn 2. Teil

Dann machen wir einfach mal weiter, wo wir vorgestern aufhörten. Ich schildere mal einfach eine Fahrt auf der Strecke von Farge nach Vegesack (wie ich sie oft mitmachten durfte):

Es ist morgens ca. 09:00 h. Ich habe meine erste Expressgut-Tour mit dem VW-Bully erledigt und darf auf einer Kohle-Leertour von Farge bis nach Blumenthal mitfahren.

Der Vollzug ist im Kraftwerk zugestellt und entleert worden und wird nun gerade wieder aus dem Kraftwerk herausgezogen.
EOS Lothar Zimmermann, heute Fahrdienstleiter im kleinen Stellwerk (nebenbei aber auch für die Frachtabrechnung auf dem Bahnhof zuständig er berechnet die lukrativsten Frachten, für das Kraftwerk, deshalb ist er ja auch Obersekretär und hat einen Pickel mehr als die anderen Fahrdienstleiter) legt mit Dr-Technik die Weichen für die Rangierfahrt. Der Zug kommt herein, die Lok hängt ab, umfährt und setzt sich vor den Leerpark. Ich beeile mich, aufzusteigen, denn wir wollen schnell los und noch vor dem Nahgüterzug, der von Blumenthal mit Stückgut heraufkommt, aus Farge verschwunden sein. Die Kreuzung wird also im Einvernehmen mit dem Zugleiter im Bahnhof Aumund auf Blumenthal festgelegt.

Die Kohletour fährt heute Lokführer Heinz Diehm, den es irgendwie aus dem badischen (oder schwäbischen) nach Bremen-Nord verschlagen hat, auf alle Fälle spricht er definitiv nicht norddeutsch. Nach der Bremsprobe, die der Rangierer des Bf Farge zusammen mit dem Lokführer durchführt, geht es los. Mit markantem Brummen beschleunigen die 1600 PS die Lok V 161. Langsam geht es über den mit Schranken gesicherten Bü Farger Straße durch die letzten Weichen, bis endlich 40 km/h, die Streckenhöchstgeschwindigkeit der FVE, erreicht wurden. Linkerhand sehen wir die weitläufigen Anlagen des Bw Farge am Pötjerweg, den wir gerade überqueren.
Weiter geht es zum Bf Farge-Ost, wo das Anschluß (ehem. Niederweserbahn) in Richtung Neuenkirchen bzw. nach Schwanewede zum Bundeswehranschluß abzweigt. Rechterhand sehen wir das alte Empfangsgebäude noch aus der Zeit der Niederweserbahn, links das kleine Schalthäuschen, welches die Bedieneinrichtungen für die Einfahrsignale und die elektr. Abzweigweiche beinhaltet.
Wir passieren den Komplex der Maschinenfabrik Krause mit einem (damals schon nicht mehr aktiven) Anschlussgleis sowie die Holzhandlung und fahren weiter auf Rönnebeck zu.
Links kommt nun auch aus dem Wifo-Wald das Gleis vom IVG-Tanklager, welches mit entweder einer grünen V-36 Type oder einer grünen Jung-Lok bedient wird.
Nach passieren des Bü Turnerstraße (mit Schrankenposten 5) erreichen wir den großzügigen und weitläufigen Bf Rönnebeck.
Der Vorsteher und Fahrdienstleiter EHS Ziolkowski steht auf dem Bahnsteig und gibt mit dem Befehlsstab den Durchfahrtauftrag wg. der fehlenden Ausfahrsignale. (Warum war das eigentlich so, eigentlich herrschte ja Zugleitbetrieb und Aumund hatte eine Fahrerlaubnis bis Blumenthal erteilt????).
Rechterhand sehen wir das kleine, niedliche Bfs-Gebäude mit dem integrierten Güterschuppen und Schuppengleis, welches jedoch auch schon lange nicht mehr genutzt wurde.
Links von uns sind die (ich glaube 5) Aufstellgleise für die Kesselwagenzüge zu sehen. Leidlich gefüllt mit 4-achsigen Kesselwagen. Nach Überqueren einiger weiterer techn. gesicherter Überwege fahren wir in das Gefälle in Richtung Bf. Blumenthal.
1 ehemaliger Haltepunkt (Besanstraße??) wird passiert, dann erreichen wir den ehemaligen Haltepunkt Blumenthal-Mühlenstraße, wo das Einfahrsignal für den Bf Bremen-Blumenthal positioniert ist. Das ehemalige Dienstgebäude ich dort auch rechterhand in Fahrtrichtung Vegesack noch vorhanden. Die Einfahrt nach Blumenthal ist frei und es geht rein in das starke Gefälle (mit Gefälleanzeiger!). Lokführer Diehm spielt mit dem Führerbremsventil, die Einfahrt zeigt Hp1, also gerader Strang, aber mehr als 35 sollen es nicht werden, denn wir wollen in Blumenthal anhalten und ich soll absteigen warum eigentlich, überlege ich mir, und so entscheide ich: Laß uns weiterfahren, ich kann auch mit dem Bus von Vegesack zurückfahren.
Also, weiter gehts, Bü Lüssumer Straße wird passiert dann die kleine Brücke über die Aue und rechts liegt recht idyllisch das Bfs Gebäude Blumenthal mit EOS Meyerdierks (der war der Lehrlingsausbilder bei der FVE und deshalb auch mit einem Pickel mehr auf der Schulter versehen) auf dem Bahnsteig und wieder mit dem Befehlsstab also Durchfahrt. Links in der Umfahrung ist nichts zu sehen, dafür steht rechts im Güterbodengleis die V 162 mit dem Nahgüterzug. Die BWK ist bereits bedient worden, die Lok steht nur mit 1 Stückgutwagen für Farge und dem Vulkan-Pendelwagen (dieser Wagen war ein alter Gs, Eigentum FVE, hier wurde Stückgut für den Bremer Vulkan im Bf Blumenthal aus dem Eingangswagen von der DB eingeladen). Das Lokpersonal wird wahrscheinlich gerade im Bfs-Gebäude Frühstück machen.
Weiter geht es für uns durch den Löh, einem kleinen Waldstück sowie zunächst in die Unterführung unter der B 74 (heute Autobahn). Kurz danach erreichen wir die Awanst Bremen-Aumundt/Vulkan, rechts wartet schon die Schöma-Lok des Bremer Vulkan, um den Stückgut-Pendelwagen aus Blumenthal anzunehmen.
Wir eilen mit unseren leeren Kohlewagen weiter, durchqueren die 400 m Niedersachsen und sind dann wieder in Bremen.
Bald erreichen wir den Bf Bremen-Aumund, auch eine langgestreckte Anlage, in der Einfahrt aus Richtung Farge ist links das kleine mechanische Wärterstellwerk zu sehen, welches frühmorgens mit dem Zugführer des Nahgüterzuges besetzt wird, um den Nahgüterzug auszurangieren und die Waggons gleisgerecht im Zug einzustellen.
Rechts ist dann das Bfs-Gebäude Aumund auszumachen, ein gepflegter Bau, über den Diensträumen im Erdgeschoß wohnt der Vorsteher, EBI Herbert Bohne, der von der Röhrtalbahn Neheim-Hüsten-Sundern zur FVE kam, nachdem diese von der RLG übernommen wurden. Ein uralter DEG-ler, wie einige der Vorsteher der FVE.
..... (geht gleich weiter..... input-overflow.....)

27.05.08 21:36
harfe 

Re: Farge-Vegesacker Eisenbahn 2. Teil

.... und hier geht's dann gleich weiter....


Wir überqueren jetzt die mit einer komplizierten Lichtzeichenanlage gesicherte Meinert-Löffler-Straße und fahren in das Gefälle auf Vegesack zu. Rechtskurve bis zur Unterführung unter die B 74, dann wieder Linkskurve bis zur Uthoffstraße, die vom Posten 1 gesichert wird, dann eine scharfe Rechtskurve in den Bahnhof Bremen-Vegesack hinein. Vor Posten 1 haben wir das Hp2 zeigende Einfahrsignal zum Bf Vegesack passiert. Aber schneller als 30 fahren wir sowieso nicht (Vegesack ist ein Kopfbahnhof).
Mit den leeren Kohlewagen haben wir auch keine Schwierigkeiten im Gefälle, bei den beladenen Kesselwagen soll das anders sein, behauptet Lokführer Diehm nun, das konnte ich damals nicht so recht verstehen, erst heute weiß ich, wie schwierig es ist, das Schwappen der Ladung halbbeladener Kesselwaggons mit in den Bremsablauf einzukalkulieren.

Rechts erwartet uns das mechanische Stellwerk Vf des Bahnhofs Bremen-Vegesack und wir werden auf die Gleise des Farger Teiles des Bahnhofs Vegesack geleitet, wo die leeren Kohlewaggons bis zum Nachmittag gesammelt werden und dann durch die DB (meist mit BR 140, oft aber auch mit BR 151) abgefahren werden.

Ich steige von der Lok ab, verabschiede mich vom Lokführer Diehm und eile nun dem Bus Linie 70/71 zu, denn mich hat ein schlechtes Gewissen beschlichen, daß ich nun einfach eine Lustreise mit Lokmitfahrt gemacht habe, denn eigentlich sollte ich ja arbeiten, und das auf dem Bahnhof Blumenthal und nicht auf der Lok.

Ich habe Glück und der Bus fährt auch bald ab. Nach 17 min bin ich dann auch wieder auf dem Bf Bremen-Blumenthal und, da das schlechte Gewissen drückt, melde ich mich beim Vorsteher Herbert Heiland und erkläre ihm, daß ich auf der Lok bis Vegesack mitgefahren bin, weil ich ja schließlich wissen wollte, wie es auf der Strecke aussieht und wie das alles so abläuft.
Herr Heiland ist jedoch ein verständnisvoller Vorgesetzter und erklärt, daß dies selbstverständlich notwendig war, damit ich über alle Belange der FVE Bescheid wüsste wir verstanden uns.
Zur Person des Vorstehers noch ein paar interessante Einzelheiten aus der Vita eines echten Kleinbahners: während meiner Zeit bei der FVE 1982 feierten er und sein Kollege Horst Guddat aus Farge sowie der Zugereiste Herbert Bohne aus Aumund ihr 40-jähriges Dienstjubiläum am 01.04.
Herr Heiland fing damals nach der Schule seine Ausbildung zum Eisenbahner im nichttechnischen Dienst bei der FVE auf dem Bahnhof Blumenthal an.
Er hat auf der FVE alle Dienststellen (Bahnhöfe) kennengelernt, auch in die Verwaltung hat er hineingeschnuppert. In den 50er Jahren ist er, wie viele seiner jungen DEG-Kollegen, oft als abgeordneter Eisenbahner bei verschiedenen Konzernbahnen gewesen, unter anderem in Bonn, in Tarmstedt und er erzählte auch von Kiel.
Eigentlich eine gute Idee der damaligen Oberen der DEG, den jungen Leuten auch ein wenig die Arbeitsweise bei anderen Bahnen zu zeigen und ihnen zu helfen, den Horizont zu erweitern. Eine Art Zeit der Wanderschaft für junge Gesellen!
Schließlich wurde Herr Heiland, nach der Pensionierung des damaligen Vorstehers, zum Vorsteher des Bahnhofs Bremen-Blumenthal befördert. Er konnte und machte alles, zwar manchmal nicht in dem Tempo, wie seine jungen Kollegen, aber mit der Souveränität und Abgeklärtheit des Alters.
Auf dem Bahnhof Blumenthal hatte er sein eigenes, vom Abfertigungsraum abgetrenntes, Zimmer, in dem er immer über dem Bahnhofskassenbuch brütete. Eine elektrische Buchungsmaschine war in Blumenthal unbekannt. Selbst ein Tischrechner war nur auf dem Schreibtisch der Sachbearbeiterin der Güterkasse vorhanden, ansonsten war Kopfrechnen angesagt. Schreibtische waren guterhaltene, die die Bremer Woll-Kämmerei ausgemustert hatte. Diese Schreibtische waren massiv aus Holz mit schräger Schreibfläche, so daß man noch nicht einmal eine Tasse Kaffee abstellen konnte! So etwas hatte ich noch nie gesehen und später auch nicht mehr entdeckt! So fortschrittlich und innovativ die FVE in der Fahrzeugtechnik war, so altertümlich und museal waren die Büros ausgestattet. Aber ich schweife ab.
Zurück zum Vorsteher: er wohnte im Bahnhof, im ersten Stock und ging dort in seiner Mittagspause dem Hobby Briefmarkensammeln nach. Mit der Verwaltung in Farge war abgesprochen, daß er von den Eingangsbriefen die Marken erhielt, die kamen dann täglich mit dem Expressgut-Bully in einer EDS-Tüte an.
In guter Erinnerung ist mir sein markantes Lachen geblieben und er lachte gerne. Aus Anlaß seines Jubiläums gab es ein Fest für die Beschäftigten des Bahnhofes, zu dem ich auch eingeladen war, sowie für die Kollegen der anderen Dienststellen. Dazu wurde in dem langen Raum vom Stellwerk bis zum Aufgang zum Abfertigungsraum (das muß der ehemalige Schalterraum gewesen sein) ein langer Tisch aufgestellt, Stühle beschafft und dann gab es Essen und Trinken rustikal im Bahnhof ab 18:00 h war dann auch Betriebsschluß und der Fahrdienstleiter konnte mitfeiern.
Später gab es eine solche Feier dann noch mal aus Anlaß des 30. Geburtstages eines der Fahrdienstleiter.
Ab 1988 hatte ich dann auch wieder dienstlich mit Herrn Heiland zu tun, ich war dann nämlich bei der Bremer Woll-Kämmerei im Bereich Transport/Verkehr beschäftigt, später als Leiter der Abteilung, so daß ich auch meinen favorisierten Verkehrsträger mit in den Transportablauf bei der BWK einbinden konnte. Mit Herrn Heiland (den ich dann später auch duzen durfte) hatte ich einen Verbündeten, der nicht locker ließ und auch unkonventionelle Lösungen mit seinen Kollegen und Mitarbeitern und mir zusammen mit seinen Kunden erarbeitete und durchführte.
In den frühen 90er Jahren ist er pensioniert worden und ging als Eisenbahn Oberinspektor in den Ruhestand.

Schon wieder zu lang..... es kommt also noch ein 3. Teilabschnit.....

27.05.08 21:37
harfe 

Re: Farge-Vegesacker Eisenbahn 2. Teil

.... und hier dann der 3. und letzte Teilabschnitt

Vor einigen Jahren habe ich ihn zusammen mit einigen anderen Kollegen aus der damaligen Zeit besucht, ich war noch nicht bei der Mittelweserbahn beschäftigt und die anderen mittlerweile Betriebsleiter bei der FVE, bei der BTE und ein weiterer in der Verkehrsabteilung der DEG-V (bevor sie Connex hieß).
Wir redeten über Fahren auf DB, Trassenkontingente, Regionalisierung und diskriminierungsfreien Zugang für Herbert Heiland waren dies jedoch Themen, mit denen er nicht mehr mitkam. Wir rüttelten an den Grundfesten seines Eisenbahnverständnisses. Für ihn hörte die heile Welt seiner Eisenbahn in Vegesack auf und dort begann das unbekannte Terrain der Bundesbahn.

So, ich glaube das ist ein guter Zeitpunkt um den 2. Teil meiner Erinnerungen abzuschließen. Sie waren heute sehr persönlich geprägt, aber das machte auch die Besonderheit bei der Kleinbahn aus die Arbeit wurde von Menschen erledigt, die alle Individuen waren und deshalb war es so interessant. Bei ihnen habe ich nie die Sorglosigkeit der Beamten entdeckt, sondern immer Offenheit und Kreativität für kundengerechte Lösungen. Es wurde um jedes Kilo Stückgut und um jede Tonne Wagenladung gekämpft Kundendienst war wichtiger als Frühstückspause, es wurde darauf geachtet, daß erst die Kunden bedient wurden, und dann zum geselligen Teil übergegangen wurde. Und wenn gefeiert wurde, machten alle mit auch die Putzfrau und der Bahnhofsarbeiter.

Wenn ich es noch schaffe, gibt es im Laufe der Woche mehr bis demnächst!

27.05.08 21:40
harfe 

Farge-Vegesacker Eisenbahn 3. Teil

Und wo wir gerade dabei sind, machen wir doch weiter mit dem 3. Teil - dieser wiederum (aufgrund mangelnder Kapazität im Forum) aufgeteilt in kleine Häppchen....

Heute möchte ich ein wenig von den Abläufen auf dem Bahnhof Bremen-Farge und in der Betriebsleitung berichten.

Einige der Leser im Forum hatten berichtet, daß sie die Lok V 201 der DEG niemals vor Kohlezügen gesichtet haben ich kann das so nicht bestätigen. Meines Wissens nach ist die 201 immer vor Ganzzügen eingesetzt worden, mit denen nicht so intensiv rangiert werden musste, wie z.B. vor dem vor- und nachmittäglichen Nahgüterzug.
Aber buddeln wir noch mal in der Vergangenheit:
Ich bin heute vom Bf Bremen-Farge angefordert worden, Dienst haben Vorsteher Horst Guddat und Fahrdienstleiter Lothar Zimmermann. Beide sind Liebhaber der filterlosen Zigaretten, entsprechend ist die Luft im überheizten Dienstraum, macht mir nichts, dann hole ich eben meine Tabakpfeife raus und halte dagegen.
Ich soll heute einige Wagenstatistiken für den Bf Farge erledigen, ungeliebte Arbeit, die für das 2-Mann-Team eigentlich immer liegen bleibt, jetzt aber mal erledigt werden muß. Ich mache es gerne, kann ich doch einmal meine Sichtweise von Blumenthal nach Farge verlegen und feststellen, wie bei einer anderen Dienststelle gearbeitet wird. Um es vorwegzunehmen: in Farge war die Atmosphäre nicht so familiär, wie in Blumenthal.

Es ist Ende März 1982 es ist klar, daß die V 201 von der DEG nach Frankreich verkauft wurde und bald überführt wird (zunächst wieder nach Lengerich und von dort weiter nach Frankreich). Bis zum Eintreffen einer weiteren Ersatzlok muß noch gewartet werden, nach dem Weggang der 201 stünden also die das Pärchen 161/162 (die ich jedoch selbst niemals zusammen in Traktion habe fahren sehen, obwohl das technisch möglich gewesen ist) und die absolute Reservelok 62 (die jedoch wirklich nur für einen schwachen Ng taugt, aufgrund der Leistung von nur 650 PS) zur Verfügung.
Also wurde die Werkstatt angewiesen, die V 201 im Kohlependel einzusetzen, dafür dann umschichtig die 161 und 162 im Nahgüterzug und im Nachmittagsdienst zu verwenden und an der jeweils kalt stehenden Lok notwendige Wartungs- und präventive Pflegemaßnahmen durchzuführen, damit diese Arbeiten nicht nach Weggang der Lok 201 in Angriff genommen werden müssen.

Der Ablauf in Farge war wie folgt: werktäglich (auch sonnabends) erhielt das Kraftwerk 2400 3000 to (Alle Angaben Netto-Tonnen, also Brutto-Zuggewicht war höher) Kohle in Fal (s) Waggons. Diese wurde aufgeteilt, sodaß immer ca. 1200 to Einheiten in Vegesack per DB eintrafen. In Vegesack wurde noch einmal auf 800 to Einheiten geteilt, die dann mit jeweils einer Lok 161/162 nach Farge auf den Berg gefahren wurde. Versuchsweise soll mal die Doppeltraktion mit doppelter Last probiert worden sein, was dann jedoch aus irgendwelchen Gründen, die ich nicht kenne und auch nicht hinterfragt habe, wieder fallengelassen wurde.
Die vollen Züge aus Richtung Vegesack fuhren bis in den Bahnhof Farge, die Lok setzte um, zog den Zug vor in Richtung Farge-Ost bis die Weiche in Richtung zum Kraftwerk frei war, dann wurde in das Kraftwerks-Übergabegleis zurückgedrückt. Dort übernahm die Lok des Kraftwerks (meistens eine Moyse-Lok, als Reserve war auch eine Köf 2 vorhanden, aber die hatte wohl mit den Lasten so ihre Probleme) die Aufgabe, die Waggons auf die Entladebunker zu zerren.
Die FVE Lok in diesem Falle die V 201 der DEG, übernahm dann den in einem Nebengleis stehenden Leerpark, zog vor in Richtung Farge-Ost und drückte dann zurück in den Bahnhof Farge. Offensichtlich war es damals noch nicht möglich, signalisiert aus dem Anschluß in Richtung Vegesack auszufahren. Das war dann wohl erst später möglich.
Nach Erstellen der Wagenliste, Wagenprüfung und Bremsprobe ging es dann mit der 201 und dem Leerpark nach Vegesack. Leider hatte ich seinerzeit nie die Gelegenheit auf der V 201 mitzufahren, schade, hätte ich gerne mal gemacht, aber ich war ja schon froh, als damals 19-jähriger aktiv bei einer Eisenbahn mitzuwirken.
Gegen 10:00 h traf dann der Ng aus Blumenthal ein, ein Stückgutwagen (der zuvor in Blumenthal teilentladen wurde) wurde an den Güterschuppen rangiert und einige Sendungen wurden entladen. Nicht mehr viel, aber einige Kunden waren in Farge auch noch vorhanden.
Anschließend verschwand die Lok im Bw und wurde durchgesehen sowie für den Nachmittagsdienst (Leerpark aus dem Kraftwerk sowie den nachmittäglichen Ng und eine Kesselwagenleistung von Rönnebeck in die weite Welt) betankt.
Ruhe kehrte ein, bis wieder die 201 mit dem letzten Vollzug aus Vegesack eintraf, diesen im Kraftwerk zustellte, einen weiteren Leerpark dort abzog und im Bahnhof Farge aufstellte, dieser wurde nachmittags dann mit der Lok der Nachmittagsschicht nach Vegesack abgefahren Leereinheiten wurden oftmals auch verdoppelt, sodaß eine Fahrt eingespart wurde.
Auch die 201 verschwand dann im Bw, wurde abgerüstet und betankt um dann am kommenden Tag wieder den Kohle-Frühdienst zu versehen.
Von der Vorbereitung und vom Abschlussdienst her war die 201 unbeliebter als die 161/162, weil der Motor komplizierter war und ein Ölfresser war. Auch waren die Peilstellen und Schmierstellen nicht wartungsfreundlich angeordnet, wie bei den MaK-Maschinen, und bei beleibten Lokführern war es im geschlossenen Maschinenraum doch recht eng.

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